Rückblick: 4. Zukunftswerkstatt bringt zusammen, was zusammen gehört.
Erstmals beschäftigten sich am 19. Juli 2008 in der Akademie der Handwerkskammer für Schwaben 47 Fachleute aus Politik und Wirtschaft, Gewerkschaft und Verbänden nicht nur mit Augsburger sondern mit regionalen Arbeitsmarktthemen in Nordschwaben.
„Die Tagung hat sich gelohnt, weil hier Experten aus unterschiedlichen Bereichen des Arbeitsmarktes und Standortmarketings für neue Themen und Probleme sensibilisiert wurden“, sagte Karl Bayerle, der Wirtschaftsdirektor der Stadt Augsburg, der in Vertretung des OB Dr. Kurt Gribl auch die Begrüßungsrede hielt. Für eine stärkere Vernetzung der Arbeitsmarktpolitik sei die Zukunftswerkstatt genau der richtige Ansatz, ergänzte Tobias Stockhaus, Referent für Bildungspolitik bei der IHK Schwaben.
Die Konferenz fand im Rahmen der Beschäftigungsinitiative Nordschwaben 50plus (BINS) der ARGEn (Arbeitsgemeinschaften für Beschäftigung) statt. Deren Hauptziele sind es, möglichst viele ältere Langzeitarbeitslose wieder in Arbeit zu vermitteln und Arbeitsplätze für Ältere zu erhalten bzw. zu schaffen. „Wir sind auf einem guten Weg. BINS ist ein Netzwerk, auf dem wir aufbauen können“, resümierte Gabriele Wagner, Abteilungsleiterin Markt und Integration der ARGE für Beschäftigung Augsburg-Stadt.
An sechs Thementischen diskutierten die Teilnehmer, darunter Arbeitsvermittler, Bildungsfachleute, Kammervertreter und Gewerkschaftler, in der Akademie der Handwerkskammer für Schwaben am Siebentischwald. Das Themenspektrum reichte von der Zeitarbeit bis zum Standortmarketing, von Jobpaten bis zur Gesundheitsvorsorge. Auf den Flipcharts wurden beispielsweise folgende Vorschläge notiert: Höhere Lohnniveaus würden für Langzeitarbeitslose in den unteren Einkommensbereichen größere wirtschaftliche Anreize darstellen. Auch ein flächendeckender Nahverkehr wie in der Schweiz, wo Postbusse regelmäßig bis ins hinterste Dorf fahren, sei für einen prosperierenden regionalen Arbeitsmarkt unerlässlich. Subventionierte Tickets für Busse und Bahn, so die Fachleute, könnten Beschäftigungsimpulse setzen, da sich die Fahrtkosten verteuern. Bislang müssen Langzeitarbeitslose die Fahrtkosten zu Vorstellungsgesprächen oder zum Arbeitsplatz vorfinanzieren, erst später werden sie erstattet.
Im zweiten Teil der Konferenz formulierten die Teilnehmer dann konkrete Ziele und skizzierten neue Projekte. „Verbilligte Jobtickets sind eine neue Überlegung, die ich für die Stadt prüfen werde“, meinte Wirtschaftsdirektor Bayerle. Arbeitsvermittler aus dem Landkreis Donau-Ries wollen eine Idee der Zukunftswerkstatt umsetzen und sich mit einem interkulturellen Training noch besser auf Ausländer und Migranten einstellen. Weitere Vorschläge der Arbeitsmarktexperten: Eine professionelle Suchtberatung könnte sich um abhängige Erwerbslose kümmern. Auch Mitarbeiter von Zeitarbeitsfirmen sollen verstärkt in den Genuss von Schulungen und Gesundheitsmanagement kommen, um ihre Chance auf einen Arbeitsplatz bis ins Rentenalter zu erhöhen.
„Sie sprühen vor Ideen und Neugier“, bedankte sich Prof. Dr. Peter Guggemos, der scheidende Geschäftsführer der AIP GmbH (Augsburg Integration Plus), die die Zukunftswerkstatt im Auftrag der Augsburger und nordschwäbischen ARGEn durchführte, bei den Teilnehmern. In Anbetracht des demografischen Wandels und der Notwendigkeit, dass künftig viel mehr Ältere bis zum Rentenalter arbeiten müssen, wunderte sich Guggemos: “Es gibt hervorragende Konzepte zur Personalentwicklung, gute Berater und Fördermöglichkeiten, so dass es die Firmen gar nichts kosten würde. Und dennoch müssen wir nach wie vor aktiv für ein Altersmanagement werben.“ Das wird eine Aufgabe des künftigen AIP-Chefs Dr. Andreas Huber sein: „Die nachhaltige Senkung der Arbeitslosigkeit einer alternden Gesellschaft bleibt unser großes Thema.“
Weitere Informationen unter Telefon 0821-450434-13 oder E-Mail behling.michael@aip-augsburg.de - und natürlich auch über das Kontaktformular dieser Homepage.


