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Rückblick: BINS-Workshop am 05.06.08: Neue Hoffnung für Langzeitarbeitslose

by Bianca Ross last modified 2009-06-05 13:45

Die Arbeitslosenzahlen sinken. Doch für ältere Langzeitarbeitslose ist es nach wie vor besonders schwer, wieder Arbeit zu finden. Umso erfreulicher: Allein im Raum Augsburg schafften in diesem Jahr bereits rund 50 Langzeitarbeitslose über 50 den Sprung in eine Festanstellung.

„Langzeitarbeitslose zu vermitteln ist besonders aufwändig. Deshalb sind diese Erfolge sehr hoch einzuschätzen“, sagte Gabriele Wagner, Abteilungsleiterin Markt + Integration der ARGE Augsburg Stadt bei einem Workshop in der Stadthalle Gersthofen. Arbeitgeber, Arbeitsvermittler und Arbeitsmarktexperten aus dem Raum Augsburg loteten Beschäftigungspotenziale aus. Wagner zufolge sei der Markt inzwischen eher bereit, „auch nicht so passgenaue Bewerber zu nehmen und sie dann – mit unserer Unterstützung – einzuarbeiten.“

Die Vermittlungserfolge führte sie neben dem Wirtschaftsaufschwung auf die Beschäftigungsinitiative Nordschwaben (BINS) zurück. Dazu haben sich die Arbeitsgemeinschaften für Beschäftigung (ARGE) aus Augsburg Stadt und Land, Dillingen, Donau-Ries, Günzburg, Neu-Ulm und dem Wittelsbacher Land sowie die drei Arbeitsagenturen Augsburg, Donauwörth und Memmingen zusammengeschlossen.

Im Raum Augsburg haben die ARGEn Augsburg Stadt und Land sowie Wittelsbacher Land, unterstützt von vier Coaches des Berufsbildungszentrum (BBZ) Augsburg, inzwischen 300 ältere Langzeitarbeitslose ins BINS-Projekt aufgenommen. Das bedeutet: Ihre Stärken erfasst, das Selbstwertgefühl gestärkt und – mit Unterstützung von Augsburg Integration Plus (AIP), Berufsbildungszentrum (BBZ) Augsburg, Internationales Institut für empirische Sozialökonomie (INIFES) aus Stadtbergen und Projekt- und Trainingsgesellschaft (PTG) aus Augsburg – passende Qualifizierungsmaßnahmen  gestartet.

Die Firmenvertreter beim Workshop haben’s mit Freude vernommen, denn der Personalbedarf ist in etlichen Branchen enorm. „Viele Langzeitarbeitslose kommen nicht auf uns zu, weil sie nicht wissen, dass wir zusammen mit den ARGEn Schulungen anbieten“, berichtete Walter Wagner, Leiter bei der Zeitarbeitsfirma DIS AG in Augsburg.

„Wir stellen ganz gezielt auch Ältere ein, weil wir ihre Motivation, ihren Realitätssinn und ihr höheres Frustrationspotenzial schätzen“, sagte Roland Schätzle, der als Personalleiter bei der Bäckerei Ihle für 1500 Mitarbeiter im Verkauf und in der Verwaltung zuständig ist. Das ist auch ein Grund, warum Gabriele Wagner für die ARGE Augsburg-Stadt weiter zuversichtlich ist, viele ältere Langzeitarbeitslose aus Hartz IV herauszubekommen: „Wir führen noch viele Leute, die die derzeitige Wirtschaftslage unbedingt nützen wollen.“

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