Rückblick: Auftaktkonferenz 14.03.08
BINS gibt älteren Arbeitslosen eine Chance. Rund 2900 Personen über 47 Jahre sind beispielsweise in der Stadt Augsburg arbeitslos. Die Beschäftigungsinitiative Nordschwaben (BINS) will ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erhöhen.
Sie ziehen bei BINS 50plus an einem Strang: Reinhold Demel, Vors. d. Geschäftsführung der Arbeitsagenturen Augsburg und Donauwörth, Augsburgs OB Dr. Paul Wengert, Eckart Wieja, Geschäftsführer ARGE Augsburg-Stadt, Prof. Dr. Peter Guggemos, AIP-Geschäftsf.
Zur Auftaktveranstaltung des Projekts im Kolpingsaal in der Frauentorstraße kamen Politiker, Arbeitsvermittler, Personalverantwortliche und Bildungsträger aus ganz Nordschwaben zusammen, schließlich handelt es sich bei BINS um eine konzertierte Aktion: Die Arbeitsgemeinschaften für Beschäftigung (ARGE) aus Augsburg Stadt und Land, Dillingen, Donau-Ries, Günzburg, Neu-Ulm und dem Wittelsbacher Land sowie die drei Arbeitsagenturen Augsburg, Donauwörth und Memmingen wollen zusammen an einem Strang ziehen. Ihr Ziel: Bis Ende 2010 rund 1000 älteren Langzeitarbeitslosen Jobs vermitteln. Das ist die Messlatte für BINS, einem von 62 Beschäftigungspakten in Deutschland, die der Bund fördert. Mit BINS wird die frühere Beschäftigungsinitiative Augsburg für Ältere (BIA) 50plus auf ganz Nordschwaben ausgeweitet. Dank BIA 50plus konnten allein im Raum Augsburg rund 500 Langzeitarbeitslose über 50 Jahre vermittelt werden.
„Wir wollen mit BINS den älteren Langzeitarbeitslosen Hilfestellungen geben, damit sie auf dem Arbeitsmarkt wieder Fuß fassen“, sagte Reinhold Demel, Geschäftsführer der Augsburger und Donauwörther Agentur für Arbeit. Die Vermittlungschancen stünden dabei gar nicht so schlecht, betonte Eckart Wieja, der Geschäftsführer der ARGE Augsburg-Stadt: „Über 50 % der Personen sind weniger als ein Jahr arbeitslos.“ Drei Viertel der Firmen, die einen über 50-Jährigen einstellten, seien sehr zufrieden. Das ergaben Umfragen zum Projekt BIA 50plus.
Prof. Dr. Ernst Kistler, Geschäftsführer des Forschungsinstituts INIFES aus Leitershofen (Landkreis Augsburg), appellierte in seinem Vortrag, sich von den aktuellen positiven Entwicklungen auf dem Arbeitsmarkt nicht blenden zu lassen. „Die gute Konjunktur, die die Beschäftigung angekurbelt hat, wird nicht ewig andauern.“ Bis 2025 müssten sich die Landkreise in Bayern auf bis zu 50 % mehr Ältere einstellen, die dort leben und arbeiten wollen. Kistler sprach sich für eine „alternsgerechte Personalpolitik“ aus. „Präventive Maßnahmen sind sinnvoller als kurative.“ Firmen müssten die Voraussetzungen schaffen, um mehr Ältere bis zum Rentenalter zu beschäftigen – eine Konsequenz des demographischen Wandels und des sich verschärfenden Mangels an jungen Fachkräften.


